| "Martinstag" heißt dieses Gemälde. Ich vollendete es vor genau 10 Jahren, 2012. Format 120 /120 cm. Technik: Öl, Wachs, Acryl, mehrere Schichten |
Zum Martinstag (11.11.) stelle ich hier und heute aus der Galerie Stufferhaus eines meiner Lieblings-Gemälde vor. Wir befinden uns in einem Dorf, welches mich an Kollnburg erinnert. s ist relativ hoch im Bayerwald gelegen, man kann von hier weit über und in die Berge schauen. Kein Schnee, wir haben Mitte November. Diese Zeit auf dem Weg in die Weihnachtszeit beginnt für mich persönlich immer spürbar mit dem Martinstag. Die Kinder gehen abends in eine schöne mit Sternen erleuchte Kirche (meine Enkelinnen) und nach der Feier gehen sie mit Laterne, die sie selber gebastelt haben, zum Kindergarten. Meist ist es am Martinstag trocken, etwas nebelig und doch ganz schön kalt. Der heilige Martin begleitet auf seinem Pferd die Kinder.
Hier im Gemälde spreche ich einerseits den Dorfbrauch (Bildmitte) an, andererseits zeige ich die historische Szene (links im Bild) : Martin, unterwegs als Soldat bei Amiens erbarmt sich an einem kalten Wintertag eines Bettlers und teilt mit seinem Schwert seinen warmen Mantel für ihn. Später erkennt Martin, dass ihm in dem Bettler Christus begegnet ist. Er sagt dem Militärdienst ab und lässt sich taufen. Er wird Bischof. Heute sind seine heiligen Gebeine in Tours, Frankreich, in der Martinskirche aufbewahrt. Meine Schwiegertochter Sophie kommt aus Tours. Und so schließt sich der Kreis ganz wunderbar.
Die Botschaft für diesen Tag uns für alle Tage im Jahr heißt: Teilt!
| Blick in die Geschichte: Es war im 4.Jahrhundert nach Christus bei Amiens. Auf dem Dach hinter der Reiterfigur sind die Mauern von Amiens angedeutet. |
Wir lesen:
Ab 334 war Martin als Soldat der Reiterei der Kaiserlichen Garde in Amiens stationiert. Die Episode der Mantelteilung ist in dieser Zeit angesiedelt. Die Gardisten trugen über dem Panzer einen weißen Überwurf aus zwei Teilen, der im oberen Bereich mit Schaffell gefüttert war. In nahezu allen künstlerischen Darstellungen wird er allerdings mit einem roten Offiziersmantel abgebildet. An einem Tag im Winter begegnete Martin am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Mann. Außer seinen Waffen und seinem Militärmantel trug Martin nichts bei sich. In einer barmherzigen Tat teilte er seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. In der folgenden Nacht sei ihm dann im Traum Christus erschienen, bekleidet mit dem halben Mantel, den Martin dem Bettler gegeben hatte. Im Sinne von Matthäus 25,35–40 : „Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet … Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ – erweist sich Martin hier als Jünger Jesu.
Er verkörperte als asketischer Mönch das spätantike Ideal eines Bischofs oder Priesers. Als Nothelfer und Wundertäter wurde Martin schnell in der gesamten Region um Tours bekannt. Im Jahr 370 oder 371 wurde er zum Bischof von Tours geweiht. Statt in der Stadt zu leben, wohnte er lieber in den Holzhütten vor der Stadtmauer.
Eine weitere Überlieferung besagt, dass Martin im Jahr 371 in der Stadt Tours von den Einwohnern zum Bischof ernannt werden sollte. Martin, der sich des Amtes unwürdig empfand, habe sich in einem Gänsestall versteckt. Die aufgeregt schnatternden Gänse verrieten aber seine Anwesenheit, und er musste das Bischofsamt annehmen. Davon leite sich auch der Brauch ab, am Fest des Heiligen eine Martinsgans zuzubereiten.
Am Sterbebett wird ihm der Satz zugeschrieben: mortem non timeo, vivere autem non recuso (den Tod fürchte ich nicht, weiter zu leben lehne ich aber nicht ab).
Wetterregeln:
- „Hat Martini einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.“
- „Wenn an Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind.“
(heute hatten wir Nebel, etwas blauen Himmel und Hochnebel)
| Martin auf dem Pferd, Blecharbeit, aufgestellt im Winter 2016/17 in Kirchaitnach |
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